LPC-Veranstaltung in Hamburg: Airbus-CEO Faury kündigt Hybridflugzeug an

LPC-Veranstaltung am 28. November 2019


Airbus-CEO Guillaume Faury hat angekündigt, bis 2035 einen hybrid-elektrischen Airbus in die Luft zu bringen. "Wir werden das erste emissionsarme Verkehrsflugzeug bauen", kündigte Faury am Donnerstag in Hamburg vor Journalisten des LPC und des Vereins Hamburger Wirtschaftsjournalisten im Atlantic Hotel an.


Es sei an der Zeit, eine neue Generation von Flugzeugen zu bauen, so Faury. Bei der Erforschung innovativer Antriebe werde der Forschungsstandort Deutschland und vor allem die Luftfahrt-Metropolregion Hamburg eine besondere Rolle spielen.


Airbus-CEO Guillaume Faury spricht vor rund 60 Journalisten in Hamburg. Foto: Wolfgang Duveneck


"Es wird dabei verschiedene Antriebe geben", prognostiziert Faury. Je nach Bedarf könnten bestimmte Fluggeräte dann elektrisch von Brennstoffzellen oder Batterien angetrieben werden, während andere beispielsweise auf Hybridlösungen und die Verbrennung von Wasserstoff oder auch synthetische Kraftstoffe setzen.


Von der aktuellen Ausliefersperre für die Boeing 737 Max kann Airbus laut Faury derweil nicht profitieren. "Kurzfristig ergibt sich für uns schon deshalb keine Möglichkeit, mehr Flugzeuge der A320-Familie zu verkaufen, da unsere Kapazitäten bis 2024 ausgelastet sind." Man habe für die A320-Familie derzeit ein Orderbuch von insgesamt rund 5800 Maschinen.


A320-Fertigung steigt auf 63 Einheiten pro Monat


Vor dem Hintergrund der großen Nachfrage für die "Brot- und Butterflugzeuge" hatte Airbus bereits beschlossen, die Produktion bis 2021 auf 63 Maschinen hochzufahren. "Wir sind im Zeitalter der Massenproduktion angelangt", sagte Faury.


Nun gehe es darum, zusammen mit den Zulieferern die Qualität zu sichern und Zeitpläne einzuhalten. Gleichzeitig sei die Möglichkeit, die effizienten Narrowbody-Flugzeuge wie Großraumjets mit flexiblen Kabinen auszustatten, eine große Herausforderung.


Airbus-CEO Guillaume Faury im Gespräch mit LPC-Vize-Präsident Cord Schellenberg. Foto: Wolfgang Duveneck


Aktuell gebe es im Narrowbody-Bereich einen starken Trend hin zur A321. Die längste Version in der A320-Familie werde schon bald 50 Prozent der Prodiktion ausmachen, sagte Faury. Besonders die neuen Langstreckenvarianten der A321 Neo, die LR und XLR, würden dazu beitragen.


"Die Zeiten für Vier-Triebwerk-Flugzeuge sind vorbei"


Ganz anders sieht es dagegen beim Airbus A380 aus. Es sei eine rationale Entscheidung gewesen, die Produktion der Maschine auslaufen zu lassen. "Wir können kein so komplexes Flugzeug bauen, wenn es nur einen Kunden gibt", stellte Faury fest. Die Zeiten für Vier-Triebwerk-Flugzeuge sind vorbei. Das sei die Realität im Markt.


Dennoch sei das A380-Programm wegweisend gewesen. Auch wäre es laut Faury nicht möglich gewesen, die A350 zu bauen, wenn Airbus nicht die Erfahrungen aus der A380-Fertigung gehabt hätte.


Text: David Haße


Die LPC-Veranstaltung in der Presse

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