Im Gedenken an unseren Ehrenpräsidenten Peter Pletschacher

Aktualisiert: Mai 11


Vor einiger Zeit hielt ich wieder ein vielseitiges Album aus dem Jahre 1988 mit den Photos von einem Rundflug mit der Ju 52 AQUI in der Hand. Die Lufthansa hatte die Nachkommen der deutschen Luftfahrtpioniere Heinkel, Dornier und Junkers eingeladen. Die Photos zeigen viel Prominenz, unter anderem den damaligen Technikvorstand Reinhardt Abraham, der vier Jahre zuvor die Iron Annie aus den USA holen und sie zu einem Lieblind der deutschen Oldtimer-Flugzeuge werden ließ. Einer der Teilnehmer, der sich im Hintergrund hielt und auf keinem der Promi-Gruppenphotos auftauchte, den aber alle kannten, war Peter Pletschacher. Dabei hatte er maßgeblich zum zweiten Leben der Ju 52 als Traditionsflugzeug der Lufthansa beigetragen und das Event organisiert.

So war Peter Pletschacher. Einer, der bescheiden auftrat, aber dennoch so viel zu sagen hatte und so viel bewegte. Der sich voll der Luftfahrt verschrieben und sich auf diesem Gebiet ein überwältigendes Wissen erworben hatte. Karl-Dieter Seifert nannte ihn in seinem Nachruf ein lebendes Luftfahrtgeschichtsbuch. Dies, gepaart mit Neugierde, einem Gespür für das, was Luftfahrtbegeisterte hören und lesen wollen, dies brachte uns vor fast 40 Jahren zusammen. Ich suchte Unterstützung dabei, das Andenken meines Großvaters Hugo Junkers als Forscher, Unternehmer und Visionär wieder lebendig zu machen. Ich fand sie in Peter Pletschacher, nicht nur als einen wertvollen Berater, sondern auch als einen tatkräftigen Helfer. Es entstanden dabei in seinem AVIATIC-Verlag unter anderem zwei bedeutende Bücher zu Junkers. Vor allem aber rief er den Hugo Junkers Preis des LPCs ins Leben, der zur Hälfte von der Hugo Junkers Stiftung getragen wird und der wesentlich dazu beiträgt, dass sich auch die jungen Luftfahrt-Journalisten wieder für Hugo Junkers interessieren.

Ich bleibe ihm zutiefst dankbar und vermisse ihn sehr.

Bernd Junkers

1990 begegneten wir uns das erste Mal bei der Vorbereitung der Lilienthal-Ehrung „100 Jahre Menschenflug“– Vertreter aus Ost und West. Bald schlug mir Peter Pletschacher vor, Mitglied des Luftfahrt-Presse-Clubs zu werden. So mancher Ratschlag Peters, auch die Einbeziehung in die Arbeit des Clubs, meine erste USA-Reise mit dem LPC nach Florida halfen mir, eine neuen Kollegenkreis und auch – was für Freischaffende lebenswichtig ist, neue Kontakte zu finden. Das waren Anfänge einer nun über ein Viertel Jahrhundert währenden guten und freundschaftlichen Zusammenarbeit – auch ein Stück deutscher Einhheit. Für mich war es immer eine Freude, ihn – ein lebendes Luftfahrtgeschichtsbuch – zu treffen oder mit ihm zu diskutieren. Das wird mir fehlen.


Karl-Dieter Seifert



Liebe Frau Pletschacher, liebe Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen,

zunächst im Namen des Airbus-Presseteams unser herzliches Beileid. Peter hat den Luftfahrtjournalismus in Deutschland über Jahrzehnte geprägt. Das macht ein Bild vielleicht besonders deutlich: Wo heutzutage ein journalistischer Experte in Medien auftritt, hat er oder Sie oft eine Bücherwand im Hintergrund - als vermeintliches Zeichen von Wissen und Kompetenz. Bei Peter Pletschacher konnte man sich sicher sein: Er hatte nicht nur alle Bücher in der Wand gelesen und verstanden, viele auch rezensiert und bewertet - nein, er hat gleich einen ganzen Verlag gegründet! Er publizierte selbst, unterstützte Autoren, verfügte über Fachwissen aus der Zeit des Dornier Wal bis hin zum modernen Airbus.

Gemeinsam mit den engagierten Kolleginnen und Kollegen im Vorstand des LPC sorgte er dafür, dass der Luftfahrtjournalismus in Deutschland eine Plattform hatte, die den Austausch zwischen Medienvertretern, Industrie, Verbänden, Politik und Luftwaffe förderte. Ebenso war die Förderung von Nachwuchsjournalisten stets ein Schwerpunkt. Diese Anliegen, da sind wir uns sicher, wird der LPC in seinem Sinne fortsetzen.

Herzliche Anteilnahme

Heiko Stolzke im Namen der Kolleginnen und Kollegen

Mit großer Bestürzung habe ich vom Tode unseres langjährigen Präsidenten und Ehrenpräsidenten erfahren. Als LPC-Mitglied durfte ich Peter Pletschacher in all den dreieinhalb Jahrzehnten seiner Regentschaft begleiten und außerdem bei der Flugpost und einem Buchprojekt seines Aviatic-Verlages unterstützen. Ich habe stets seine Fachkompetenz und sein Wissen insbesondere auch zur Luftfahrtgeschichte bewundert und seinen Rat geschätzt. Er wird uns fehlen, unser Beileid gilt seiner Familie.


Rainer W. During




Ein Mensch mit Kultur, Empathie, Charme und Beharrlichkeit

Als Ingenieur liegt es mir nahe, Zahlen nicht nur zu sehen, sondern auch zu interpretieren. 35 Jahre war Peter Pletschacher Präsident des Luftfahrt Presse Clubs. Das ist in einem demokratisch verfassten Verein von Menschen, die wahrlich nicht zu den Claqueuren zählen, ein Verdienst, das man allein durch Leistung erwirbt. Diese Leistung bestand im Eintreten für einen wissensbasierten Journalismus sowie in der Beziehungspflege zwischen Presseleuten und kreativen Köpfen der Branche, der Politik und den Unternehmen.


Solche Erfolge können nur Menschen mit Kultur, Empathie, Charme und Beharrlichkeit zuwege bringen. Das sind die menschlichen Qualitäten, die ich an Peter Pletschacher so sehr schätze. Sie haben sich in meine Erinnerung eingebrannt, wo sie ihren Platz behalten werden.

Jürgen Weber

Ehrenvorsitzender des

Lufthansa Aufsichtsrats


Lieber Peter! Seit über 25 Jahren habe ich Dich immer am 1. Mai angerufen, um Dir meine Geburtstagsglückwünsche persönlich zu „überbringen“. In diesem Jahr kann ich nicht mehr mit Dir sprechen. In Gedanken bin ich heute, an Deinem Geburtstag, dennoch mit Dir verbunden. Es war mir eine große Freude und Ehre, gemeinsam mit Dir im und für den LPC zu wirken. Unsere Freundschaft wird mich immer begleiten. In herzlicher Verbundenheit,


Dein Cord


Ein Leben für die Luftfahrt

Das Kriegskind – am 1. Mai 1941 im mittelfränkischen Hopfenstädtchen Spalt geboren – konnte sich schon früh an Beziehungen zu seinem späteren Gewerbe erfreuen. Großvater Oskar berichtete als Teilnehmer des ersten Weltkriegs begeistert

von seinem Vorgesetzten Ritter Adolf von Tutschek, der als Jagdflieger zu den

Mitbegründern der Bayerischen Fliegertruppen am Flugplatz Oberschleißheim

gehörte und 1972 Anlaß zu dem in mehreren Auflagen erschienenen Prachtband

„Die Königlich Bayerischen Fliegertruppen 1912 – 1919“ war.


Wir Mitglieder in der LPC-Gründungsstadt München waren froh, Peter nach seinen ersten beruflichen Stationen in unserer Mitte zu haben und schlugen ihn nach dem langjährigen Präsidenten Klaus Müller als dessen Nachfolger in einem Dienst vor, in dem er 35 Jahre lang als unser Vorbild tätig war. Die verständliche Darstellung komplizierter Zusammenhänge in Wissenschaft und Technik waren sein Metier. Sein Herz schlug schon in jungen Jahren für die Luftfahrt. Sein besonderes Anliegen galt der Förderung und Weiterbildung junger Fachjournalisten. Für Ministerien, Industrie,

Fachverbände, Industrie und Fluglinien wurde der LPC ein begehrter Gesprächspartner.


Lieber Peter, um die Luftfahrt hast Du Dich wie kaum ein anderer

verdient gemacht. Wir wünschen Dir eine letzte, leichte Reise!

Rudolf Metzler


Flieger, grüß mir die Sonne, grüß mir die Sterne und grüß mir den Mond..."

Andreas


In den 80ern habe ich mich immer wieder gewundert wie locker und entspannt, ja fast kumpelhaft ein Präsident sein kann: Peter Pletschacher, den Präsidenten des Luftfahrt-Presse-Clubs, habe ich im sportlichen Sakko vor Augen, natürlich mit Kautabak in der Tasche. Großartige Reden bei Hugo-Junkers-Preis-Verleihungen.

Ein typisches Räuspern. Jedesmal neue Aspekte der Persönlichkeit von Hugo Junkers und neue Perspektiven auf dessen Ingenieurskunst. Ich habe ihn auch als Feingeist erlebt und sein umfassendes Luftfahrt-Wissen ehrfürchtig bewundert. Mir bleibt heute noch der Mund offen, wenn ich mich erinnere, wie Pletschacher das Thema Aerodynamik, Windkanal und Grenzschicht erklären konnte. Da war er mehr als beschlagen. Ein Bild werde ich nie vergessen: Beim Interview mit ihm und Bernd Junkers in München – draußen minus 20 Grand, drinnen tickten die (Junkers-) Uhren: Peter Pletschacher glänzte mit historischer Einordnung, wusste von technischen Finessen zu erzählen. Seine Fach- und Sachkenntnis in puncto Junkers-Flugzeuge war unschlagbar. Und trotz aller professioneller und journalistischer Objektivität geriet er doch immer wieder ins Schwelgen und Schwärmen. - Und das machte ihn für mich so sympathisch.


Sylvia Kuck


Ohne den 'Spirit of Aviation' ist Luftfahrtliteratur nur bedrucktes Papier.

Danke, Peter Pletschacher, für Dein konsequentes Engagement und Deinen Mut!

Deine Stimme wird fehlen!

Rudolf (Rolf) Dörpinghaus


Mit großer Bestürzung habe ich die Nachricht vom Tode unseres verehrten und beliebten Ehrenpräsidenten Peter Pletschacher gelesen. Er hat mich vor Jahrzehnten zum LPC geholt, als ich in München als Korrespondentin für dpa berichtet habe, speziell auch über die großen Veränderungen in der Luftfahrt, über Pioniere, Fusionen und die Neuaufstellung von Airbus. Peters Begeisterung für die Luftfahrt war ansteckend. Keiner konnte so gut und so spannend erzählen wie er, oft über Stunden, und man hatte immer noch nicht genug. Er teilte sein Fachwissen gern, auch wenn ich ihn damals in mancher Situation praktisch überfiel, um noch schnell eine wichtige Information für einen Artikel einzuholen. Ich werde ihm ewig dankbar sein, für seine Kollegialität und für seine Aufrichtigkeit. Die Trauer um ihn ist groß. Seiner Familie möchte ich mein herzliches Beileid aussprechen.


Birthe Blechschmidt

Berlin/Hamburg

Liebe Familie Pletschacher und liebe Freunde des LPC,

mit Peter Pletschacher ist ein ganz Großer unserer Branche von uns gegangen. Ich kenne niemanden, der so viele Rollen in so großer Qualität ausfüllen konnte: als lebenslanger Dornianer, als ausgewiesener Kenner und streitbarer Verteidiger der Traditionen der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, als unermüdlicher und erfolgreicher Rat- und Ideengeber für die Zukunft der Branche, als Stimme der Vernunft in Krisenzeiten in der Öffentlichkeit, als kritischer Journalist mit scharfer Klinge im Alltag, als großartiger Buchautor, als kreativer und engagierter Verleger und jahrzehntelang als Doyen der Luftfahrtpresse in Deutschland.

Ich habe ihn persönlich sehr gemocht. Ein Mittagessen mit ihm daheim in Oberhaching in der "Kugler Alm" war immer ein Highlight. Denn auch nach 20 Jahren in der Branche konnte man von ihm in jedem Satz noch drei neue Dinge lernen. Er war aber nicht nur ein wandelndes Lexikon, er kannte auch die Zusammenhänge und die wirtschaftliche und politische Dimension von Technologie- und Produktentwicklungen.

Wenn Peter Pletschacher Veränderungen der Branche kritisierte, dann nicht, weil er die Veränderung nicht wollte. Im Gegenteil. Aber er fand, dass Veränderung unter Einbeziehung von Traditionen, Fähigkeiten und Kompetenzen einfach viel intelligenter und erfolgreicher werden könnte. Damit lag er sehr oft sehr richtig und hat mit seiner Stimme auch an vielen Stellen mit guten Argumenten Einfluß genommen. Aber oft waren die Zwänge und industriellen Gesetzmäßigkeiten andere. Dann hat er sich damit auch schnell abgefunden und sofort angefangen, nach Alternativen für Bewahrung und Zukunftsentwicklung gesucht. Daraus sind dann später Idee und Konzept für das Bauhaus Luftfahrt entstanden.

Ich glaube, dass es breite Zustimmung finden dürfte, wenn ich heute sage: Peter Pletschacher hat sich um die Luft- und Raumfahrt in Deutschland besonders verdient gemacht. Er wird fehlen.

Mit stillem Gruß

Rainer Ohler

Als einer der ersten Träger des Preises der Luft- und Raumfahrtpresse (so wie er 1984 hieß) des Luftfahrt-Presse-Clubs habe ich Peter Pletschacher persönlich kennengelernt. Er war für mich als Journalist und Mensch ein Vorbild und hat mich als Student darin bestärkt, diesen Beruf zu ergreifen. Wir werden seine professionelle Einstellung und menschliche Art vermissen.

Jürgen De Graeve



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