Deutsche Luftfahrt hält pauschale Drittländer-Reisewarnung für überzogen

Die pauschale Reisewarnung der Bundesregierung für 160 Drittländer hält der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft für unverhältnismäßig. Jetzt drängt der BDL vor Journalisten des LPC auf bilaterale Verhandlungen über Grenzöffnungen.


Im Juni steuern Airlines von deutschen Flughäfen 39 Ziele in 24 Ländern außerhalb Europas an. Mehr dürften es zumindest kurzfristig nicht werden. Dafür sorgt unter anderem die Mitte dieser Woche bis Ende August verlängerte Reisewarnung der Bundesregierung für 160 außereuropäische Länder.


Mit der Lockerung der Reisebschränkungen in Europa und der Ausweitung des Flugangebots im Juni ist die Phase der wirtschaftlichen und betrieblichen Unsicherheit für die Fluggesellschaften aber längst nicht beendet.


Das erklärte Matthias von Randow, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, jetzt in einem Video-Chat mit Journalisten des LPC-Mediennetzwerks Luft- und Raumfahrt.


BDL-Chef Matthias von Randow in der LPC-Videokonferenz. Screenshot: Johannes Winter


"Wenn wir darüber reden, dass es wieder losgeht, dann reden wir von einem Sprung für die Airlines von annähernd Null auf 15 Prozent des normalen Flugangebots im Juni. 30 Prozent des Streckennetzes ab Deutschland werden dann wieder bedient", so von Randow. Das sei unter den gegebenen Rahmenbedingungen betrieblich anspruchsvoll, aber natürlich weit von einer Normalisierung entfernt. Die Liquidität der Fluggesellschaften bleibe auf absehbare Zeit "ein Riesenproblem."


Die Politik sei an dieser Stelle gefragt, ihren Worten Taten folgen zu lassen und die angekündigten bilateralen Verhandlungen zur Lockerung von Reisebeschränkungen mit wichtigen Zielländern "schnellstmöglich" zu beginnen.


"Wir sehen die generelle Reisewarnung sehr kritisch", betonte von Randow. Sie operiere an der Realität vorbei und entpuppe sich immer als Hindernis auf dem Weg zur Erholung.


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