LPC Inforeise 2010: Brasilien

Brasilien boomt


Zum Auftakt der Informationsreise wurde der LPC von der Deutsch-Brasilianischen Außenhandelskammer begrüsst, die mit ihren 220 Mitarbeitern jährlich um die 10.000 Anfragen bearbeitet. Hier wurde sehr eindrucksvoll ein Bild der aktuellen Lage Brasiliens und der Aussichten für die kommenden Jahre gezeichnet. Bis 2018 will Brasilien die fünftgrösste Volkswirtschaft der Erde stellen. Obwohl unter anderem durch das Eindämmen der Inflation ein stabiles Wirtschaftsumfeld geschaffen wurde, gibt es immer noch Hindernisse, wie beispielsweise eine zu kleine Vekehrsinfrastruktur und den Mangel an qualifizierten Fachkräften in bestimmten Branchen.


Helibras dominiert brasilianischen Helikoptermarkt


Nach intensivem Kennenlernen der Verkehrsverhältnisse in Sao Paulo (Stichwort Stau) und einem kleinen Snack informierte uns die Eurocopter-Tochter Helibras in ihren Räumen über den Helikopter-Boom in der Stadt. Über 200 Heliports gibt es mittlerweile dort, und die Chancen stehen gut, daß man beim Blick gen Himmel ein Helibras-Produkt sieht: der Marktanteil in Brasilien liegt mittlerweile bei knapp über 50 Prozent. Auch das sei noch ausbaufähig, meint Julien Negrel, Executive Vice President Sales & Marketing. Dabei hat er neben dem steigenden Bedarf zu den Großereignissen WM und Olympia, die neuen -lvorkommen vor der brasilianischen Küste im Blick. Diese Bohrinseln sind am effizientesten per Helikopter zu erreichen.

Im Anschluss durfte der LPC auch einen Blick in die Wartungshallen werfen und einige Hubschrauber besichtigen.


TAM zeigt Maintenance und neues Museum


Gut 200 Kilometer ausserhalb von Sao Paulo liegt die Maintenance der TAM in Sao Carlos, in der 1050 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die LPC-Delegation konnte die Werkstätten für die A320-Familie besichtigen. Im Hangar erwartete den LPC dann eine Überraschung: die brasilianische „Air Force One“, die A319 des Präsidenten, stand dort ebenfalls zur Wartung. Normalerweise werden in diesen Hangars die C- und D-Checks der TAM-A320-Familie durchgeführt.


Der Nachmittag bot dann ein weiteres, grosses Highlight: das erst im Juli eröffnete Luftfahrtmuseum der TAM, das grösste von einer Airline unterhaltene Luftfahrtmuseum weltweit. Nachdem man im Eingangsbereich einen Überblick über die Geschichte der Luftfahrt bekommt, geht es in die Museumshalle, in der von einem Nachbau des ersten brasilianischen Flugzeuges, über eine Constellation bis hin zu einer Fokker 100 aus den 80er Jahren nahezu die gesamte Geschichte der Luftfahrt in Brasilien mit viel Liebe und Aufwand abgebildet wurde. Auch nach der Eröffnung arbeitet die Crew an der Restaurierung weiterer Maschinen, so daß die Ausstellung in Zukunft noch umfangreicher sein dürfte. Die gut dreistündige Autofahrt von Sao Paulo hat sich auf jeden Fall gelohnt.


Embraer im Aufwind


Der Freitag stand ganz im Zeichen des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer. Am Sitz des Unternehmens in São José dos Campos informierte sich der LPC über die Produktpalette und durfte einen Blick in die Endmontagehallen der E-Jets werfen. 17000 Beschäftigte arbeiten an diesem Standort, viermal so viele wie noch vor 15 Jahren, als aus dem damaligen Staatsunternehmen eine Privatfirma wurde. Eine weitere räumliche Erweiterung an diesem Ort ist ausgeschlossen, und so gibt es in Brasilien inzwischen mehrere Produktionsstätten, eine davon verfügt über die mit 5 Kilometern Länge viertlängste Landebahn der Welt. In einer sehr interessanten und unterhaltsamen Präsentation nahmen Carlos Eduardos Camargo und Luiz S. Chiessi Stellung zur akuellen Entwicklung auf dem Markt der Geschäftsflugzeuge sowie der neuen Herausforderungen für das Unternehmen angesichts wachsender Konkurrenz im Bereich der Maschinen mit rund 100 Sitzplätzen. Embraer sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt und verweist darauf, daß man beispielsweise in Europa die 4 grössten Airlines zu seinen Kunden zählen kann, und auch im US-Markt über 40% Marktanteil in diesem Segment hat. Auch bei den Geschäftsflugzeugen zeigen die Zeichen nach der Wirtschaftskrise wieder nach oben, allein NetJets hat bei Embraer 50 Phenom 300 bestellt und 75 weitere Maschinen optioniert.


Finale in Rio


Im Anschluss flog der LPC vom Stadtflughafen Sao Paulo weiter nach Rio de Janeiro. Nach drei mit interessantem Programm prall gefüllten Tagen stand dort vor allem Sightseeing im Vordergrund. So konnte man sich vom Zuckerhut ein gutes Bild vom anspruchsvollen Anflug auf den Stadtflughafen Rios machen.

Der LPC bedankt sich sehr herzlich für die grosse Unterstützung dieser Reise durch TAM Airlines, Helibras, Embraer und dem Rio Convention and Visitors Bureau.


(Foto: Alexander Obolonsky)

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