LPC-Videokonferenz mit Thomas Jarzombek

Aktualisiert: Apr 24

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Schritte. Aufgrund der andauernden Kontaktbeschränkungen und der hohen Zahl der angemeldeten Teilnehmer fand das vom LPC-Regionalkreis Ost organisierte Treffen mit dem Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, in Form einer Videokonferenz statt. Ein Novum in der Geschichte des LPC und zugleich ein voller Erfolg.


LPC-Videokonferenz mit dem Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, Screenshot.


Eineinhalb Stunden nahm sich der Koordinator Zeit, um über die Maßnahmen der Bundesregierung zur aktuellen Lage zu referieren und die Fragen der Mitglieder zu beantworten.


„Nicht nur die großen Unternehmen wie Lufthansa und Condor, sondern gerade auch die mittelständischen Betriebe, die in allen Branchen den Kern der deutschen Industrie bilden würden, müssten mit Hilfe des Wirtschaftsstabilitätsfonds vor dem unverschuldeten Absturz durch Corona bewahrt werden, betonte Jarzombek.


Er verwies zudem auf die Bedeutung der Zulieferkette für Airbus. „Wenn ein kritisches Teil fehlt, steht die ganze Kette still.“ Da gerade China zu den Ländern gehöre, die trotz der weltweiten Krise bestellte Flugzeuge planmäßig übernehmen, gestatte man Vertretern der chinesischen Airlines die Einreise nach Deutschland, um die Maschinen in Hamburg zu checken und in ihre Heimat zu überführen.


Jarzombek betonte die Notwendigkeit, auch jene Unternehmen zu unterstützen, die an zukunftsträchtigen Entwicklungen wie Elektroflugzeugen arbeiten und deshalb für die zurückliegenden Jahre noch keine Gewinne vorweisen können. Wenn sich der Luftverkehr nach der Krise wieder zu normalisieren beginne, werde das Thema Klimaschutz wieder im Vordergrund stehen. Nachdem sich Deutschland bei den Elektroautos von den Amerikanern zunächst die Butter habe vom Brot nehmen lassen, „darf uns das beim Luftverkehr nicht passieren“.


Der Koordinator kritisierte, dass einige Fluggesellschaften ihren von den aktuellen Streichungen betroffenen Passagieren lediglich Umbuchungsmöglichkeiten bieten. Es sei notwendig, dass es eine Absicherung gibt, wenn Airline-Kunden Liquidität abgeben. Damit die Gutscheine bei neuen Flugplänen nicht für die Reisenden nutzlos werden, müsste gewährleistet sein, dass sie nach einer gewissen Frist Bargeld zurückerhalten. Dafür setzt sich die Bundesregierung bei der EU-Kommission ein.


Jarzombek sprach sich gegen eine vorzeitige Schließung des Berliner Flughafens Tegel aus. Dafür dürfe die derzeitige Krise nicht herhalten. Er hoffe, dass sich die Lage bis zur für Oktober geplanten BER-Eröffnung wieder ein Stück weit normalisiere und noch „das eine oder andere Flugzeug in Tegel starten wird“. Der Koordinator hält es für denkbar, dass sich der Luftverkehr zunächst auf regionaler und erst später auf interkontinentaler Ebene normalisieren wird. „Ich rechne nicht damit, dass alle Flugzeuge voll sein werden, wenn es wieder anfängt“, sagte Jarzombek und verwies unter anderem auf die Abstandsregelung, die es erforderlich machen könnte, die Mittelsitze frei zu lassen.“


Rainer W. During


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